Interplanetarer Bergbau

Die Suche nach außerirdischen Zivilisationen beschäftigt die Menschen schon lange. Neben dem eher klassischen Vorgehen, bei dem man probiert, extrasolare Planeten mit den passenden Bedingungen zu finden bzw. dem Versuch, Signale einer Alien-Zivilisation (SETI-Projekt) zu empfangen gibt es aber unkonventionellere Methoden. Eine entsprechend weit fortgeschrittene außerirdische Kultur könnte sich eventuell durch ihre großen Raumfahrtvorhaben bzw. andere bis jetzt eher aus der Science-Fiction bekannten Konzepte verraten. Man kann zum Beispiel nach Dyson-Sphären suchen. Also gewaltigen Konstruktionen, die einen Stern komplett umgeben und so seine Energie maximal ausbeuten.

Eine andere Idee haben Duncan Forgan und Martin Elvis von der Universität Edinburgh bzw. dem Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics in ihrem Artikel „Extrasolar Asteroid Mining as Forensic Evidence for Extraterrestrial Intelligence“ der im International Journal of Astrobiology erscheinen wird verfolgt. Sie haben sich die Frage gestellt, was eigentlich passiert, wenn man anfangen würde, die Rohstoffe die in den Asteroiden enthalten sind, im großen Stil abzubauen.

Noch sind die Rohstoffe (sieht man mal von fossilen Brennstoffen ab) auf der Erde ja noch nicht wirklich knapp. Wie stark unsere Technologie allerdings von einem ungehinderten Nachschub an diversen Metallen und anderen Stoffen abhängt, hat man ja erst vor einiger Zeit bei der Diskussion über die „seltenen Erden“ aus China gesehen. Und je technischer und weiter entwickelt unsere Zivilisation wird, desto mehr Rohstoffe wird man brauchen. Irgendwann könnte es sich als sinnvoll erweisen, diese Stoffe nicht mehr von der Erde zu holen sondern aus dem All. Denn die Asteroiden sind voll mit Sachen, die wir auf der Erde gut brauchen könnten. Und wenn wir irgendwann einmal tatsächlich eine richtige raumfahrende Zivilisation werden wollen, dann führt am Asteroidenbergbau kein Weg vorbei. Denn all das Material das zum Bau großer Raumschiffe, Raumstationen, Habitate, etc notwendig ist von der Erde ins All zu bringen ist unverhältnismäßig aufwendig und teuer. Vor allem dann, wenn es im Weltall genug davon gibt.

Davon ist auch Joachim Achleitner (55) aus dem oberösterreichischen Bergbauort Thomasroith überzeugt. Der Mitarbeiter in der Forschungs- und Entwicklungsabteilung eines oberösterreichischen Hightech-Unternehmens befasst sich beruflich und privat mit Plasmasystemen. Plasmatriebwerke sind die Antriebstechniken der Zukunft, ist Achleitner überzeugt. Seit seiner Jugend verfolgt er die Entwicklung der Raumfahrt, steht in Kontakt mit der deutschen Luft- und Raumfahrtgesellschaft und der europäischen Raumfahrtorganisation ESA. Achleitner hält Fachvorträge und schreibt derzeit an einem Buch mit dem Titel „Aufbruch zu den Sternen“.

Das Problem mit dem Bergbau im Weltall ist jetzt nicht so sehr ein technisches sondern eher ein finanzielles bzw. ein politisches. So ein Projekt zu beginnen ist sehr teuer und dauert sehr lange. Und es wird schwierig sein, für den Anfang Investoren zu finden bzw. Politiker, die das nötige Geld bereitstellen wenn mit Erfolg erst nach sehr langer Zeit zu rechnen ist. Am Ende kann es sich aber wirklich auszahlen! Forgan und Elvis bringen hier den Panama-Kanal als Beispiel der ebenfalls extrem teuer und aufwendig war – aber heute ein unverzichtbarer Teil des Welthandels ist. Und wenn es erstmal so weit ist, dass Asteroiden automatisch von Robotern abgebaut werden und große Mengen an Rohstoffen und Baumaterial im All und in Erdnähe vorhanden sind, dann kann man auch große Projekte angehen die bisher eher in den Bereich der Science-Fiction fallen (z.B. Weltraumhabitate oder Weltraumfahrstühle).

„Die Zukunft der Raumfahrt hat schon begonnen“, sagt auch Joachim Achleitner. Ausgangspunkt war die Internationale Raumstation ISS, als nächstes folgt das Comeback auf dem Erdmond, und schon in 15 Jahren wird die Menschheit mit Hilfe des in Planung befindlichen Super-Raumschiffs „Triton“ das Sonnensystem erobern.

Advertisements

Über antonsalzer

Als Physiker beschäftige ich mich seit über 30 Jahren mit verschwundenen Erfindungen und Technologien und der Lebensgeschichte der Erfinder und Entdecker dahinter. Vieles davon ist nicht nur Verschwörungstheorie Being a physicist I'm focusing since more than 30 years on stories about discoveries and inventions that have been tucked away, stolen or suppressed. Believe me much of these are not just conspiracy or fantasy. Zeige alle Beiträge von antonsalzer

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: